Zukunft wird aus Mut gemacht. Trauen Sie sich!

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Die FPÖ verweigert leider immer noch die Integration – und die Förderung von Deutschkursen, Frauenvereinen oder Ausbildungsplätzen für Jugendliche. In der Rechnungsabschlussdebatte habe ich ihnen erklärt, warum sie ein bißchen mutiger sein sollten und wieso Integrationspolitik Zukunftspolitik ist. Meine Rede im Wiener Gemeinderat vom 27.06.2017:

Integration ab Tag 1. Das bedeutet: Chancen ab Tag 1 und Perspektiven ab Tag 1. Für alle Menschen in dieser Stadt.

Egal, welche Religion sie haben. Egal, welches Geschlecht sie haben. Welche sexuelle Orientierung. Oder welche Herkunft. Wir vertreten die Interessen aller Menschen in dieser Stadt.

Integration bedeutet nicht: Zwang, Pflicht, Sanktionen, Strafen, Einteilen in „Wir“ und „Ihr“, Spalten, Ausgrenzen, schlecht machen, schlecht reden, abwerten oder verunglimpfen.

Integration bedeutet, ganz genau hinzusehen, Konflikte und Probleme im Alltag zu benennen und zu lösen und die Rahmenbedingungen zu schaffen, die ein würdevolles Leben für alle ohne Armut, ohne Diskriminierung, ohne Rassismus ermöglichen. Ohne Paternalismus, ohne Nationalismus, ohne Bedrohung und ohne Zwang – egal, von welcher Seite er kommt.

Deswegen investiert Wien:
in den Spracherwerb und die Sprachförderung
in die Bildung und Ausbildung
und in Demokratie und Geschlechtergerechtigkeit.

Konflikte im Alltag sind besonders unangenehm, wo Sprachbarrieren die Kommunikation erschweren. Auch deshalb ist es wichtig, Deutschkenntnisse allen zugänglich zu machen. Dafür investieren wir in erfolgreiche Projekte wie „Mama lernt Deutsch“, Basisbildungskurse für bildungsbenachteiligte Mütter, die ungestört lernen können, während ihre Kinder am selben Ort den Kindergarten oder die Schule besuchen. Oder „Sowieso mehr!“ – Deutschunterricht in den Sommerferien für alle Wiener Schulkinder von 7 bis 14 Jahren, inklusive Freizeit- und Sportangebot. Oder: Das Netzwerk engagierter Vereine, Migrantinnenselbstorganisationen wie LEFÖ, Peregrina, Orient Express und Miteinander Lernen, die Deutschkurse für Frauen anbieten und gleichzeitig ein sozialer Ort für Emanzipation, Selbstbestimmung und Partizipation sind.

Eine gute Bildung und Ausbildung sind das Fundament für eine selbstbestimmte Zukunft und einen positiven Werdegang. Seit September 2016 gibt es das Jugendcollege in Wien: 1.000 Chancen für 1.000 Jugendliche – mit dem Ziel, eine Brückenfunktion zu sein und jungen Menschen den Weg in eine weiterführende Schule, eine berufliche Ausbildung oder eine nachhaltige Beschäftigung zu ermöglichen. Die Wiener Bildungsdrehscheibe bietet Orientierungs- und Bildungsberatung ab Tag 1 und vermittelt in passende Bildungsmaßnahmen. Und wir setzen auf Sprach- und Leseförderung von Anfang an durch gut ausgebildete PädagogInnen, die den Spracherwerb begleiten und fördern können.

Und die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer von „Sag’s Multi!“, dem mehrsprachigen Redewettbewerb des Vereins Wirtschaft für Integration in Zusammenarbeit mit dem Stadtschulrat und der Stadt Wien, beeindrucken jedes Jahr mit ihrem Redetalent und ihrer Mehrsprachigkeit. Statt Zwangsmaßnahmen in ihren Schulpausen erleben die Schülerinnen und Schüler Anerkennung, Wertschätzung und Förderung ihrer Mehrsprachigkeit, bei der sie mit Selbstverständlichkeit zwischen Deutsch und einer weiteren Sprache wechseln. So wird Diversität positiv erlebbar und auch für andere sichtbar.

Wir von rot-grün machen das, weil wir Verantwortung tragen für die Menschen in dieser Stadt und zwar, im Gegensatz zu Ihnen, für alle Menschen in dieser Stadt. Und dabei haben wir ganz klare Haltungen: Kinderrechte haben Vorrang. Frauenrechte sind nicht verhandelbar. Menschenrechte sind der Kompass unserer politischen Arbeit.

Demokratie und Geschlechtergerechtigkeit sind für uns Grundsäulen, die immer wieder vermittelt werden müssen. Keine Angst, wenn ‘gender’ irgendwo drauf steht. Es steckt meist Gerechtigkeit drin. Und keine Angst, wenn es mit ‘mainstreaming’ weitergeht. Das heißt dann, dass es immer und überall zu gelten hat.

Kinderrechte, Frauenrechte, Menschenrechte.

Wir bekämpfen Menschenrechtsverletzungen wie Menschenhandel, Genitalverstümmelung, Zwangsverheiratung, Gewalt in der Familie und Gewalt gegen Frauen in Zusammenarbeit mit professionellen Einrichtungen und fördern Projekte, die für Geschlechtergerechtigkeit stehen. Wie der Verein NACHBARINNEN, der tatsächlich Nachbarinnen zu Mediatorinnen, Unterstützerinnen, Begleiterinnen ausbildet und aus der Isolation in die Partizipation bringt. Vereine wie die Fraueninitiative FIBEL, die binationalen Paaren bei all den Fragen, Hürden und Herausforderungen beisteht, die sich durch eine undurchschaubare Rechtslage, oft unbewältigbare Bürokratie und eine Reihe von Alltagsproblemen stellen. Wie all die Vereine in der geschlechtersensiblen Mädchen- und Burschenarbeit, die Kinder schon von Anbeginn dabei unterstützen, sich nicht auf vorgegebene Rollen reduzieren zu lassen und Selbstbestimmung über ihre Körper, ihre Kleidung, ihre Sexualität, ihre Bildung und über ihre Zukunft fordern zu können.

Wir machen all das aus vollster Überzeugung, weil für uns alle Menschen in dieser Stadt wichtig sind und sie Wienerinnen und Wiener von heute und von morgen sind.

Integrationspolitik ist Zukunftspolitik. Trauen Sie sich! Zukunft wird aus Mut gemacht.

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